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Remscheider General-Anzeiger Montag, 03.Dezember 2001
Schüler mit Zocker-Virus infiziert

Von Marc Schulze

Sie heißen "Killereule" oder "Mephistopheles", "Mig" und "Crompton", "Schnüggeli" sowie "Poulet" - und wenn ihnen mal ein Moorhuhn begegnen sollte, dann ist es auch schon tot.

Die Meister unter den Metzlern kamen am Samstag nach Radevormwald in die Geschwister-Scholl-Hauptschule, die sich zum Hühnerhasser- und -liebhaber-Stall wandelte. Platzierte der Moorhuhn-Weltrangliste, Gewinner von Deutschen oder anderen Meisterschaften und Mitglieder der "Moorhuhn-World-Community" kamen in die Bergstadt. Denn: Der Radevormwalder "Mr. Moor" - virtuell auch bekannt als Poet- oder Moderatorenhuhn, bürgerlich: Dirk Papendick - hatte mit seiner Frau, "Killereule" Sonja Ingensandt, ein Zusammentreffen organisiert. Spieler aus ganz Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden waren angereist und präsentierten ihr Können im Zusammenspiel mit Hauptschülern. Mit unter Highscore-Jägern und Strategen war am späteren Abend auch Moorhuhn-Erfinder Frank Ziemlinski vom Hersteller "Phenomedia", der das Computer-Spiel vertreibt.

Moorhuhn 1, 2, die ,Winteredition', und aktuell Moorhuhn 3 haben - nach Downloads gerechnet - bereits mehr als 20 Millionen Fans weltweit zu Mördern am Bildschirm gemacht. Unter Eingeweihten wurde am Samstag bereits von "vierten Moorhuhn" gemunkelt. Ziemlinski dazu: "Wir versuchen, neue Wege zu beschreiten, damit nicht irgendwann eine Kopie besser wird als das Original. Es wird neue Arten von Moorhuhnspielen geben, es sind verschiedene Projekte in Planung."

Moorhühner abknallen, das ist 'was für Jugendliche wie Junggebliebene allen Alters. Die Kerngruppen, wusste Mr. Moor, "liegt bei zwanzig bis vierzig Jahren". Killereule hob hervor: "Das schöne am Spiel ist: Die Tiere sind so putzig, dass keiner auf die Idee käme, deshalb im wahren Leben Aggressionen zu entwickeln. Weil das Phantasiefiguren sind, muss keiner Angst haben", betonte sie.

"Schnüggeli" konnte weitere Vorteile des steten Zockens nennen: "Wir sparen Geld! Gehen nicht mehr sooft weg, sondern sitzen lange am Computer." Ob da ein PC reichte? "Nie, wir haben vier." Und ob man als Schweizer langsamer spielte . . .? "Frechheit! Ich bin ein Jäger, schieße Hühner, und zwar nicht zu langsam." Mehr als 20 Hauptschüler lieferten sich mit Unterstützung durch die Profi-Spieler einen Kampf um den besten Highscore, Dennis Otto aus der 8 a gewann: "Ich hab' jetzt einige Strategien gelernt, kann meine Freunde bestimmt abziehen." Bekir Anil und Eduard Hergert aus der 7 b hatten bisher noch nie daran gedacht, auf Tiere zu schießen. Das Computerspiel überzeugte den Zweit- und den Drittplatzierten: "Das Moorhuhn müssen wir uns demnächst 'runterladen."

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