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Szene Leichlingen Dienstag, 26.August 2003
Meisterschaft im Ballern auf Geflügel

Der Solinger Andy Rabbach ist einer der ganz Schnellen, wenn es darum geht, auf virtuelle Moorhühner zu schießen.

Von Alexander Möthe

Jeder kennt es, viele lieben es, aber die meisten entwickeln ihm gegenüber eine unerklärliche Aggression: Die Rede ist vom Moorhuhn. Ursprünglich begehrte Jagdtrophäe in einem Werbespiel einer bekannten Whiskymarke und in Schottland angesiedelt, hat sich die Idee längst verselbstständigt. Die Firma Phenomedia brachte zwei Fortsetzungen des Hühnerschießens. Der neueste Streich folgte dann in diesem Jahr, als mit Moorhuhn X in drei Versionen von XS bis XXL alle Wünsche erfüllt wurden.

Durchbruch kam mit der XS Version
Wie in jeder Sportart gibt es mittlerweile auch für das Ballern auf Geflügel Meisterschaften. So auch in diesem Jahr, wo auf der größten deutschen Computerspielmese Games Convention unter zehn Spielern die Endrunde der Meisterschaften in der Kategorie Moorhuhn X-XXL ausgespielt wurde. Mit dabei: Andy Rabbach, 21-jähriger Abiturient aus Solingen.

Auch wenn es nicht für das Finale der besten beiden "Moorhuhner" gereicht hat, der Solinger Meisterschütze sieht seine Endrundenteilnahme auf jeden Fall als Erfolg an. "Ich war vorher schon bei anderen Meisterschaften", sagt er nicht ohne Begeisterung. "Da war ich eigentlich meist ganz gut, aber nie in der absoluten Spitze." Der Durchbruch gelang ihm erst in der Online-Vorunde in der XS-Version vom bislang letzten Moorhuhn. Mit 1375 Punkten verwies er die Favoriten größtenteils auf die Plätze, konnte sich letztendlich auf Position zwei eintragen. "Die ersten drei der Vorausscheidung waren direkt für Leipzig qualifiziert."

Auch wenn es erst am Freitag um die eigentlichen Preise wie neue PCs und Grafikkarten ging, gewonnen hatte der Solinger bereits zuvor: Alle Teilnehmer am Finale durften auf Kosten der Veranstalter anreisen und übernachten. Vor den Erfolg hat der liebe Gott zwar den Schweiß gesetzt, aber im Vergleich zu anderen Spielern scheint dem 21-jährigen das Zielen und Abdrücken eher leicht zu fallen: Tägliche Übungszeiten zwischen acht und sechzehn Stunden scheinen keine Seltenheit, während Andy unter seinem Pseudonym Andy_Slater gerade einmal vier Stunden pro Tag investiert.

"Alles ist eine Frage von Übung", erklärt er bescheiden: "Je intensiver und länger man spielt, desto bessere Ergebnisse erzielt man." Wenn man dem besten Moorhuhn-Jäger des bergischen Städtedreiecks jedoch mal bei der Arbeit über die Schulter schaut, wird schnell klar, dass zu solch aberwitzig schnellen Reaktionen einfach auch angeborenes Talent vennöten ist. "Sicher ist Moorhuhn vor allem ein Actionspiel", fährt Andy fort, "aber gerade in den umfangreichen Versionen wird auch viel Strategie benötigt." Das "Moorhuhnen" scheint auch eine Lebenseinstellung zu sein. So tummeln sich auf der offiziellen Internetseite in Foren und Chats Fans aus ganz Deutschland. Auch Fantreffen hat es schon gegeben. Und, wie sollte es ander sein, ein strahlender Andy Rabbach ist mittendrin, statt nur dabei.
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