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Remscheider General-Anzeiger Samstag, 20.Oktober 2001
Moorhuhn-Poet Dirk Papendick dichtet für das Kult-Geflügel

Von Nadja Lehmann

Moorhuhn-Fans können nur stur auf den Bildschirm glotzen und die Flinte auf triefäugig dreinblickende Hühner anlegen? Nein, der echte Moorhuhn-Fan spitzt sogar den Griffel, zieht sich in seine Klause zurück und dichtet. Über was, fragen Sie sich. Über das Moorhuhn natürlich, auf das in einem beliebten Internet-Computerspiel Jagd gemacht wird. Kostprobe?

"Moorhuhn, oh, du edler Flieger, stirbst für Menschen, die als Sieger den Highscore haben in einer Liste, den Jägern zur Freud`, du hüpfst in die Kiste." Oder für den etwas derberen Geschmack: "Hahn Herbie, dieser alte Geier, flog zum Balzen an den Weiher, die Hennen, alle jung und blond, sahen in ihm ihren James Bond, sein Hormonspiegel stieg, da kam Jäger Meier!!" Überrascht es uns, dass derartige Verse in Rade zu Papier geflossen sind? Natürlich nicht. Die Bergstadt hat eben ihre ganz eigenen Köpfe. Das Moorhuhn lasse ihn sogar in den Ferien nicht los, gesteht Moorhuhn-Poet Dirk Papendick. Der 33-Jährige ist mitsamt Ehefrau Sonja und den drei Kindern seit knapp zwei Jahren dem Huhn-Bazillus anheim gefallen. Wenn Papendicks sich im Urlaub erholen, wird nicht faul am Strand gelegen: Stattdessen baut das Quintett das Moorhuhn sogar in Sand nach. Und gewinnt damit den Sandburgenwettstreit.

"Ich spiele fast täglich", sagt Dirk Papendick. Das verschaffe ihm den Ausgleich zum Beruf als Versicherungsfachwirt. Papendicks Kreativität kennt keine Grenzen: So schuf er die Figur des "Mr. Moor", der als Amateurdetektiv im Stil von Agatha Christie komplizierte Fälle löst. Papendick hat auch Ernsteres auf der Pfanne. "Ich will Probleme ansprechen, habe in meinen Moorhuhn-Texten auch über Rassismus und Behinderung geschrieben", sagt er. Wer sich davon überzeugen will, dass Moorhuhn-Fans ganz anders sind als ihr Ruf, kann das in Rade am 1. Dezember tun. Da trifft sich nämlich die "Huhn-Community" ab 12 Uhr in der Hauptschule. Sogar Moorhuhn-Erfinder Frank Ziemlinski wird dabei sein. Und wer auf den Huhn-Gedicht-Geschmack gekommen ist: Unter www.mr-moor.de stehen noch mehr.

Foto: Roland Keusch
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